Verschiedenes und kunterbuntes rund um den Bulldog

Ein kleiner geschichtlicher Rückblick

Seit 1066 wurden in England Hunde auf andere Tiere, wie Bullen, Bären, Pferde gehetzt. Diese Hunde entstammten vermutlich aus altertümlichen Kriegshunden oder anderen Typen alter mastiffartigen Rassen. Das Bullenbeißen war vom 13. Bis etwa zum 18. Jahrhundert ein beliebter Nationalsport in England. Wie grausam diese Kämpfe damals waren kann man in den unten aufgeführten zeitgenössischen Berichten lesen. Auch glaubte man, dass das Fleisch eines gehetzten Bullen zarter wäre, bevor man ihn schlachtet.  Diese speziell dafür eingesetzten Hunde nannte man im 13. Jahrhundert erst Bonddog (von englisch bond „fesseln“) bzw. Bolddog (von bold „kühn“) und ab dem 17. Jahrhundert Bulldogs. Als im Jahre 1835 das Bullenbeißen in England verboten wurde, war der Bulldog praktisch arbeitslos. Viele glaubten, dass dies auch das Ende dieser Rasse bedeuten würde.  Glücklicherweise gab es aber immer noch Liebhaber, die ein Interesse am Fortbestand dieser Rasse hatten. Von dort an erfuhr der Bulldog eine einzigartige Entwicklung in die große Vielfalt verschiedener Bulldograssen und natürlich auch in die heutige moderne Form der Englischen Bulldogge.  Ein für das Familienleben geeigneter Hund war von nun an das Augenmerk damaliger Züchter und auch immer mehr gewann das "Aussehen" große Bedeutung.  

Warum der Bulldog heute anders aussieht als früher.

1865 wurde ein erster Standard anhand des Gemäldes "Crib and Rosa" von 1817 erstellt, der "Rosa" als das Bulldog Ideal nannte. Der 1875 gegründete Bulldog Club von England übernahm zunächst diesen Standard mit einigen unwesentlichen Änderungen. Jedoch nicht lange, denn durch züchterische Übertreibungen entfernte er sich immer mehr von diesem. Aus dem agilen, langbeinigen Kampfbulldog wurde ein tief gestellter, schwerer Showbulldog. Die Zucht hat sich zu diesem Zeitpunkt zu weit vom Ideal entfernt. Aufgrund dieser gravierenden Veränderung konnte der Bulldogclub 1894 gar nicht anders, als den Hinweis auf "Rosa" als Bulldog Ideal ersatzlos zu streichen. Dies ebnete den Weg zur heutigen modernen Englischen Bulldogge.

Dann gings noch über den großen und über den kleinen Teich.

Als die ersten Siedler von England nach Amerika auswanderten, nahmen sie ihre Hunde mit, wo diese ihre Farmen  bewachten, Vieh trieben und mit auf die Jagd gingen. Diese waren die Vorfahren der heutigen Amerikanischen Bulldogge.

Die besonders kleinen Exemplare der Bulldogge (Toy Bulldog) wurden während der Industriekrise in England des 19. Jahrhunderts von Arbeitern von England nach Frankreich verbracht. Vermutlich mit dem Mops gekreuzt entstand aus diesen Hunden die Französische Bulldogge.

Wie schaurig! Der Bulldog ist der Urvater der sogenannten Kampfhunde.

Bevor das Bullenbeissen endgültig verboten wurde,  gab es aber auch einige, die sich den „Spaß“ an solchen Kämpfen nicht nehmen wollten. Diese entdeckten eine „Marktlücke“: Das Rattenbeißen und das Hetzen von Hunden auf andere Hunde. Dazu kreuzten sie Terrier ein, um den Bulldog nicht so schwer sondern wendiger zu machen. Der “Bull and Terrier“ entstand und somit der Vorfahre der heutigen bekannten Rassen Bullterrier, Pitbull Terrier, Staffordshire Terrier usw.

Leider werden diese Rassen noch heute illegal zu Hundekämpfen missbraucht oder bekommen schlechte bzw. keine Erziehung durch falsche Hände. Deshalb haben diese Rassen heute einen schlechten Ruf und werden in vielen Ländern als „gefährliche Hunde“ gelistet. Das haben diese liebenswerten Hunde dem „zweibeinigen Ende“ der Leine zu verdanken!!!

Aus diesem Grund möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Hunde stets menschenbezogen gezüchtet wurden. Hunde die Menschen angegriffen haben wurden aussortiert, denn sie mussten sich während des Kampfes vom Menschen anfassen lassen und wohnten auch mit den Großfamilien damals unter einem Dach.

Back to the Roots!

Durch die züchterische Fehlinterpretation des Aussehens hat die moderne Englische Bulldogge einige gesundheitliche Einschränkungen. Deshalb versuchen heutzutage einige Züchter den Bulldog wieder auf ihre ursprüngliche Form zurück zu züchten. Verschiedene Züchter haben dabei verschiedene Vorstellungen der historischen Bulldogge. Diese Rückzüchtungen sind unter dem Überbegriff als „Old English Bulldog“ (OEB) bekannt. Hauptmerkmale dieser Rückzuchten sind ein längerer Fang, weniger Falten, höhere Beine und nicht mehr soviel Masse. Dadurch kann er sich wieder besser bewegen, ist agiler und bekommt besser Luft.

Es gibt über 20 Bulldog Rassen!

Im folgenden verschiedene Bulldograssen, seien sie durch Siedler in andere Länder verbracht oder als Rückzüchtungen oder alternative Bulldoggen bekannt:

Englische Bulldogge, English Bulldog

Amerikanische Bulldogge, American Bulldog

Französische Bulldogge, French Bulldog

Southern White, White English Bulldog, Old Country Bulldog

Olde English Bulldogge

Leavitt Bulldogge

Continental Bulldogge

Renascence Bulldog

Brasilianische Bulldogge, Buldogue Campeiro, Campeiro Bulldog

Australische Bulldogge , Aussie Bulldog

Old Victorian Bulldog

Hermes Bulldogge

Ultimate Bulldog

Catahoula Bulldog

Alapaha Blue Blood Bulldog

Dorset Old Tyme Bulldog

Ca de Bou (übersetzt: Bull Dog!), Dogo Mallorquin, Perro Presa Mallorquin, Mallorquin Bulldog

Valley Bulldog

Banter Bulldogge

Mammut Bulldog

Siam Bulldog

Antebellum Bulldog, Altamaha Plantation Dog

Vanguard Bulldog

Sussex Bulldog

Vintage English Bulldog

Bullenbeisser ( Deutscher Bulldog), ausgestorben

Noch ein paar kleine Fakten

Drei der aufgezählten Bulldog Rassen sind FCI/VDH anerkannt:

Englische Bulldogge (FCI-Standard Nr. 149)

Französische Bulldogge (FCI-Standard Nr. 101)

Ca de Bou (FCI-Standard Nr. 249)

Weitere Rassen, wie der Boston Terrier (FCI-Standard Nr. 140) und der Boxer (FCI-Standard Nr. 144)  stammen vom Bulldog ab!

Einige der genannten Bulldogarten sind auch sportlich sehr aktiv. So eignet sich die Amerikanische Bulldogge oder der Renascence Bulldog als guter Arbeitshund.

Die Amerikanische Bulldogge ist die einzigste Bulldoggenart, welche nicht rückgezüchtet sondern ursprünglich weitergezüchtet, der historischen Bulldogge am ähnlichsten ist.

In Drei von Sechzehn Bundesländern ist die Amerikanische Bulldogge als „gefährlicher Hund“ gelistet:

Bayern( Kategorie 2)

Hessen

Nordrhein Westfalen( Kategorie 2)

Ob’s an der Luft liegt?

Die 10 dümmsten Hunderassen, na immerhin Bronze;-)

Platz 10: Der Shih Tzu
Platz 9: Der Basset
Platz 8: Der Beagle
Platz 7: Der Pekinese
Platz 6: Der Bluthund
Platz 5: Der Barsoi
Platz 4: Der Chow-Chow
Platz 3: Die Bulldogge
Platz 2: Der Basenji
Platz 1: Der Afghanische Windhund

die obige Liste gibt keinesfalls unsere Meinung wider und sollte auch nicht so ernst genommen werden.

HD- Statistik, hier leider Gold und Mehrfachplatzierung:-(

1. English Bulldog (73.3)
2. Mops (62.4)
3. Otterhound (52.3)
4. Clumber Spaniel (50.3)
5. Mastino Napoletano (47.0)
6. Bernhardiner (47.0)
7. Boykin Spaniel (43.7)
8. Sussex Spaniel (42.9)
9. American Bulldog (36.2)
10. Neufundländer (27.1)
11. American Stafforshire Terrier (26.2)
12. Bloodhound (25.9)
13. Bullmastiff (25.8)
14. Chinook (25.2)
15. Fila Brasileiro (24.9)
16. Maine Coon Cat (23.3)
17. Chesapeake Bay Retriever (23.0)
18. Golden Retriever (21.3)
19. Gordon Setter (21.1)
20. Rottweiler (21.1)
21. Field Spaniel (21.0)
22. Chow Chow (21.0)
23. Bobtail (20.5)
24. Kuvasz (20.5)
25. Norwegischer Elchhund (20.5)
26. Großer Schnauzer (20.4)
27. Mastiff (20.2)
28. Grosser Schweizer Sennenhund (20.2)
29. American Pit Bull Terrier (20.0)
30. Deutscher Schäferhund (19.6)

wer hat's entdeckt? Platz 16 ist keine Hunderasse;-)

Wie Chesty the Bulldog zu seinem Namen kam

Dank der deutschen Armee hat das US Marine Corps ein inoffizielles Maskottchen. Während des Ersten Weltkrieges gab es viele deutsche Berichte, die die angreifenden Marines "teufel-hunden", also Devil-Dogs nannten. Teufel-hunden waren böse und wild.

Später zeigte ein US-Marines Rekrutierungs Plakat einem knurrenden English Bulldog, der einen Marine Corps Helm trägt. Aufgrund der Hartnäckigkeit und Eigenschaft der Rasse erkannten Marines und Öffentlichkeit immer mehr Gemeinsamkeiten miteinander. Die Marines haben inoffiziell die Englische Bulldogge als ihr Maskottchen angenommen.

Auf der Marinebasis in Quantico, Virginia, erhalten die Marines eine Englische Bulldogge namens King Bulwark. In einer feierlichen Zeremonie am 14. Oktober 1922 wurde diese Bulldogge, umbenannt in Jiggs von General Smedley D. Butler als Private Jiggs in den Dienst beim US Marine Corps gestellt.

Doch er blieb nicht lange Private. Innerhalb von drei Monaten trug er auf seiner maßgeschneiderten Uniform Dienstabzeichen eines Corporal. Am Neujahrstag 1924 wurde Jiggs zum Sergeant befördert. Und sieben Monate später wurde er nochmal zum Sergeant Major befördert.

Als SgtMaj. Jiggs kurz vor seinem 5. Geburtstag am 9. Januar 1927 starb trauerte das gesamte Corps. Sein satingefütterter Sarg wurde in einem Hangar in Quantico, umgeben von Blumen und hunderten von Marines,  aufgebahrt.  Er wurde mit allen militärischen Ehren beigesetzt.

Bald darauf kam Ersatz. Der ehemaliger Boxweltmeister im Schwergewicht, James J. "Gene" Tunney, der mit den Marines in Frankreich gekämpft hatte, spendete seine englische Bulldogge. Umbenannt als Jiggs II, trat er in die Rolle seines Vorgängers.

Doch dieser Jiggs II zeigte keine Disziplin! Er jagte und biss um sich. Er zeigte einen völligen Mangel an Respekt vor der Autorität. Das Kasernenleben schien ihm nicht zu passen. Nach einem seiner vielen Amokläufe starb er 1928 an Erschöpfung verursacht durch die Hitze. Dennoch folgten weitere Bulldoggen. Während der 1930er, 1940er und frühen 1950er Jahren waren sie alle nach Smedley, eine Hommage an General Butler benannt.

In den späten 1950er Jahren wurde die älteste Stellung, die Marine Barracks in Washington, die neue Heimat für das Corps-Maskottchen. Umbenannt in Chesty zu Ehren des legendären LtGen. Lewis B. "Chesty" Puller Jr. machte das Maskottchen seinen ersten offiziellen öffentlichen Auftritt am Abend bei der Parade am 5. Juli 1957. In seiner blauen maßgeschneiderten Dienstuniform wurde Chesty zum sofortigen Medienliebling und ein Riesenerfolg!

Nach dem Ableben des ursprünglichen Chesty  wurde der Ersatz in Chesty II benannt. Doch dieser riß ständig aus. Er wurde sogar mal von der Polizei zurück gebracht. Das einzige was er je richtig geschafft hatte, war Vater seines Nachfolgers zu werden.

Im Gegensatz zu seinem Vater wurde Chesty III ein vorbildlicher Marine. Er wurde sogar zum Liebling der Kinder aus der Nachbarschaft, und wurde mit der Good Conduct Medal ausgezeichnet. Andere Bulldoggen folgten Chesty III, da Bulldoggen nicht lange leben. Als Chesty VI nach einer Abend Parade starb, kam Ersatz aus Tennessee nach Washington. Diese dafür bereitstehende Bulldogge, Maskottchen LCpl. Bodacious Little, wurde extra dazu auf Bestellung abgerufen.

Bei der Ankunft im Marine Barracks in Washington, wurde  LCpl. Little feierlich in Chesty VII umbenannt. Er und die nach ihm folgenden Englischen Bulldoggen verkörperten den Kampfgeist der US-Marines. Robust, muskulös, aggressiv, furchtlos, und auch arrogant, das sind die ultimativen Hunde-Krieger!

English Bulldogs. Teufel-hunden. Devil Dogs. Sie symbolisieren das Ethos der Krieger- Kultur der US-Marines.

Berichte aus damaliger Zeit über das Bullenbeißen

Aus Merkwürdige Reisen durch Niedersachsen, Holland und Engelland von Zacharias Konrad von Uffenbach aus dem Jahre 1753:

Aus A natural History of Quadrupeds 1790:

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Es gibt auch sehr sportliche Bulldograssen!!!

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